SILVANER AUS FRANKEN: VEILCHEN IM GLAS
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In der neuen Brigitte vom 25.3.2009 empfiehlt Natalie Lumpp, die erst kürzlich dem Weingut Martin einen Besuch abstattete Silvaner des Weingutes als ideale Begleiter für Spargelgerichte. |
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Top Sommeliére Natalie Lumpp in "Brigitte"
SILVANER AUS FRANKEN: VEILCHEN IM GLAS
Bestimmt haben Sie es schon vernommen: der Silvaner feiert dieses Jahr sein 350 jähriges Jubiläum. Vielerorts wird dies zum Anlass genommen, die Vielfalt des Silvaners unter Beweis zu stellen.
Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zu einem großen Silvanerfan entwickelt. Vor allem der Fränkischen, wo er als weit häufigste Rebsorte agiert. Keine andere Rebsorte bringt für mich so einen floralen Charakter mit, wie der Silvaner. Wirklich - denken Sie bei Ihrem nächsten Silvaner mal an Veilchen und weiße Lilien - Sie werden begeistert sein!
Nachweislich wurde der Silvaner am 10. April 1659 erstmalig in Castell, Franken gepflanzt. Man hatte ihn von Österreich nach Deutschland gebracht, vermutlich vom Donauraum. 1665 pflanzte dann Alberich Degen, Abt von Kloster Ebrach, erstmals eine Silvaner-Rebe in der Weinberganlage „Würzburger Stein“ – bis heute eine der berühmtesten Lagen. Dieser Abt Alberich Degen war in Zeil geboren, praktisch dem östlichsten Teil vom fränkischen Weinbau. Die Weine vom Obermain stehen zwar immer noch ein bisschen im Schatten, sie sind nicht so berühmt wie beispielsweise die Würzburger, aber sie sind eine Entdeckung wert. So hat mir gerade der 2007er Ziegelangerer Ölschnabel Silvaner Kabinett trocken vom Weingut Martin sehr imponiert. Der schon in sattem Gelb leuchtende Silvaner zeigt erst einen sehr würzigen Duft, ein bissl’ auch an Nüsse erinnernd. Je mehr Luft der Wein bekommt, desto mehr entwickelt er seinen sehr floralen Charakter, für mich eben an Veilchen und Lilien erinnernd. Etwas Aprikose gesellt sich dazu, aber insgesamt ist es ein wunderbar eigenständiger Wein mit unverwechselbarem Charakter.
Klar, bin ich auch noch so ein Fan von „Spargel und Silvaner“, aber dieser lässt sich mit seinem geringen Alkoholgehalt auch gut „pur“ oder zur Brotzeit genießen. Bekannt ist das Weingut Martin auch für seine wunderbare Weinstube mit den typischen fränkischen Gerichten. Bei meinem letzten Besuch gab es Flugente mit rohen Klößen und Bamberger Wirsing – ich schwärme immer noch!

