Ziegelanger ist seit 1971 Stadtteil von Zeil und liegt an einer seit alters her wichtigen Ost-West Durchgangs- und Aufmarschstrasse. Um 1000 nach Christus war Zeil ein herrschaftlicher Großhof "Zilin" genannt.
Um 1018 schenkte Kaiser Heinrich II den Großhof Zilin dem neu gegründeten Benediktinerkloster auf dem Michelsberg in Bamberg. Nach dem Tod des Kaisers erwarb diesen Großhof der Bamberger Bischof von den Mönchen zurück.
Zilin gehörte fortan als Exklave zum Hochstift Bamberg, denn das Gebiet um Zilin (Zeil) war fest in der Hand des Würzburger Bischofs. Wie so oft wurden die Streitigkeiten der damals mächtigen Bischöfe zu Lasten der Bevölkerung ausgetragen. |
|
|
|
Erstmalig wird Ziegelanger als Ort "Zigilanger" im Umgriff von Zeil 1318 genannt. Vermutlich leitet sich der Ortsname von einer Ziegelei ab. Lehmgruben gab es in der Gegend und tatsächlich stieß man 1975 bei Kanalsationsarbeiten beim Haus Nr. 48 auf Spuren einer alten Ziegelei . |
|
|
1398 vermachte Ulrich von Tunfeld Weinberge und Kelter in Ziegelanger den adligen Mitgliedern des Bamberger Domstiftes.
Ob Ziegelangerer Einwohner selbst Weinbergland besaßen, ist höchst fraglich, denn der Weingenuß war damals nur den Adligen und der Geistlichkeit vorbehalten. |
|
|
|
1420 wird berichtet, daß in Ziegelanger Mitte März die Bäume blühten und im April der Wein . Die Weinlese hat nach der Sommersonnenwende eingesetzt. |
|
|
|
1511 wird im "Urbar und Salbuch des Amptes Zeyl von 1511" erstmalig der Ölschnabel genannt. |
|
|
|
1556 gibt es in Ziegelanger ein paar private "Wingert" |
|
|
Die um 1600 entstandenen Zweidleransicht zeigt links und rechts vom Dorf Weinhänge .
Im Jahre 1597 hatten die Herren v. Rotenhahn Weinberge in Ziegelanger . Auch die Groß von Trockau werden als Weinbergbesitzer genannt. Einwohner von Ziegelanger dienten den Adligen als Taglöhner in den Weinbergen. |
|
|
|
1801 wird Ziegelanger beschrieben: "Dieser Ort gehört mit aller Gerechtikeit bis auf drei Haushalten dem Amte Zeyll zu. Der Wein- und Getreidezehnt ist dem Herrn von Rosenbach zuständig, doch hat das Hochstift Bamberg Theil daran. ...Auch besitzt hier die Universität zu Bamberg ein Haus , Kelterhaus und ansehnliche Weinberge, welche derselben vogtei- und steuerbar sind" |
|
|
1850 zeigt eine Statistik für Ziegelanger einen Ertrag von 200 Eimern Wein. Ein Eimer entsprach 64 Maß.
Die Gesamtfläche der Ziegelangerer Flur umfasste 210 ha davon waren damals 18 ha Weinberge. |