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Quelle: Eckernfoerder Zeitung Montag, 19. September 2005 : |
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Von den Hüttener Bergen in die fränkischen Weinberge
Eine für ein Nordlicht ungewöhnliche Berufswahl hat der Fleckebyer Maik Böhnemann getroffen. Vor fünf Jahren lernte er den Beruf des Winzers und arbeitet jetzt auf einem Weingut am Steilhang des Maintals in Franken.
Fleckeby - In den fränkischen Weinbergen kennt sich Maik Böhnemann (29) mittlerweile genauso gut aus wie in den Hüttener Bergen rund um Fleckeby. Nachdem er eine Gärtnerausbildung beendet hatte, packte Maik Böhnemann vor fünf Jahren seine Koffer und absolvierte ein vierwöchiges Praktikum in einem Würzburger Weingut. „Ich wollte etwas machen, das mit Natur und Menschen zu tun hat“, begründet der gebürtige Schleswiger seine Entscheidung, nach dem Praktikum in Franken eine Ausbildung zum Winzer anzutreten. Keine leichte Ausbildung, wie sich schnell herausstellen sollte. „Viel Chemie gehört dazu“, sagt Böhnemann. Auch das „Schmecken lernen, die Sensorik“, bedarf intensiver Schulung und Übung.
Nach seiner Winzerausbildung wechselte er auf den Betrieb der Schwiegereltern im Zeil am Main, ein Familienbetrieb mit Restaurant, 5,5 Hektar Weinberg und Weinkellerei. Silvaner, Bacchus, Riesling und Müller-Thurgau sowie Pro Secco und zwölf Sektsorten zählen im Weingut Erich Martin zu den Spezialitäten, die schon mehrfach prämiert wurden.
In seine Heimat Fleckeby zieht es den Winzer aber immer wieder. „Ich habe sogar Weinproben auf Plattdeutsch gehalten“, sagt Böhnemann. Am vergangenen Wochenende war er wieder einmal da, mit im Gepäck 820 Liter eines frisch gelesenen Federweißers, den er auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes seines ehemaligen Schulfreundes Michael Paasch anbot. „Am Dienstagmorgen wurde der Wein gelesen“, erzählte Böhnemann, früh morgens und nachts sei die beste Zeit dafür, dann werde Zuckergehalt in der Traube gehalten. Anschließend wird dem Saft Hefe beigefügt, auf 20 Grad erhitzt und durch den Zusatz von Zucker bilde sich bei der Vergärung der Alkohol, der bei dem Federweißer auf etwa vier Prozent steige.
Auch wenn Maik Böhnemann heute wieder gen Franken fährt, müssen Fleckebys Weinliebhaber nicht auf die edlen Tropfen verzichten. In Hause seiner Eltern oder auch im Frischemarkt Paasch sind die Weine erhältlich.
ACHIM MESSERSCHMIDT |
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